Wunder der Erde

Freiberg, Terra mineralia, Quarz mit Rutil und Hämatit

Ein Quarz mit Rutil und Hämatit
Dguendel [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons

Unser blauer Planet die Erde, die wir unser Zuhause nennen ist ein Wunder und was sie hervorbringt ist ebenfalls ein Mirakel. Diese Formulierung ist keineswegs übertrieben, wenn wir uns die Vielfältigkeit des heutigen Schwerpunktes die Minerale der Erde genauer betrachten. Minerale sind grundsätzlich Feststoffe. Anders als bei Gesteinsarten sind Minerale einzelne chemische Elemente oder einzelne Verbindungen, die überwiegend eine Kristallstruktur ausbilden. Geologische Prozesse, die Millionen von Jahren dauern können haben Gestein zu Mineralen werden lassen  und wiederum können Minerale gesteinsbildend wirken. Minerale gelten dann als gesteinsbildend, wenn das so entstandene Gestein einen großen Teil der Erdkruste ausmacht. Die Bezeichnung Mineral ursprünglich aus dem Latein „aes minerale“ bedeutet „Grubenerz“.  Zum anderen findet man Minerale auch im Wasser als kleinste Tröpfchen oder als Feinstaub in der Luft.  Sogar Wassereis wird als Mineral bezeichnet. Überwiegend enthalten Minerale keinen Kohlenstoff und sind somit anorganisch klassifiziert. Nach heutiger Einstufung sind 5.500 Mineralarten festgelegt. Zur Bildung der Minerale gehören nicht nur Gestein, sondern auch Schwarzschiefer und Fledermausguano.

Die Farbe der Minerale

Nach der Farbgebung unterscheidet man idiochromatische Minerale, das Mineral ist farbgebend und kein anderer Stoff oder Fehler im Kristallgitter haben Einfluss auf die natürliche Farbe des Minerals. Fremdfarbig (allochromatisch) beeinflusste Minerale, variiert die Farbe durch fremde Substanzen oder Defekte. Ein klassisches Beispiel für diesen Farbeffekt ist der Quarz. In der Optik sehr interessant ist der Rutilquarz. Oft handelt es sich um einen durchscheinend weißen Quarz oder Bergkristall mit eingelagerten Rutilnadeln.  Rutil ist ein Mineral und besteht aus Titandioxid. Bei unserem Schmuck wurde weißer Quarz mit schwarzen Rutilnadeln verwendet. Rutil ist vielfarbig und kann natürlich in rot, gelb, braungelb, rotbraun, violett, blau oder in schwarz auftreten. Rutil ist überwiegend durchscheinend bis transparent, kann Bestandteil vieler Gesteine sein und wächst häufig in andere Kristalle ein. Rutil enthält ca. 60 % Titan und ist somit für die Titangewinnung von wirtschaftlicher Bedeutung. In der Schmuckbranche und bei interessierten Kunden ist Rutil bzw. Rutilquarz sehr gefragt. Rutilquarz verfügt über eine außergewöhnliche Optik und der Effekt des Asterismus kann vorkommen. Rutil selbst verfügt über eine Mohshärte von 6-6,5 und Rutilquarz hat eine Mohshärte von 6,5-7. Aufgrund seiner Härte kann Rutilquarz zu den Edelsteinen gezählt werden. Häufig wird er wunderschöne Rutilquarz mit einem Glattschliff versehen.

Der Trumalinquarz

Ebenfalls außergewöhnlich schön ist der Turmaliquarz.  Hierbei betrachten wir den Turmalinquarz mit schwarzen Turmalinnadeln. Zunächst wird der schwarze Turmalin (Schörl) gebildet. Der Turmalin gehört zur Mineralklasse der Ringsilikate mit komplexer Zusammensetzung. Anders als bei weiteren Vertretern der Turmalingruppe ist der Schörl reich an Eisen, was seine Naturfarbe ausmacht. Durch sein trigonales Kristallsystem verfügt er über sehr stark ausgeprägten Pleochroismus. Er verfügt über eine Mohshärte von 7-7,5.  Quarz oder Bergkristall umschließt die Turmalinkristalle hier der Schörl und der Turmalinquarz ist entstanden. Der Turmalinquarz wird den Quarzen zugeordnet und nicht den Turmalinen und ist optisch eine sehr interessante Erscheinung. Durchscheinend heller Quarz ist durchzogen von schwachen bis starken schwarzen Turmalinnadeln. Die natürliche Schönheit und optische Eleganz dieser komplexen Minerale Rutilquarz und Turmalinquarz findet nicht nur bei Edelsteinsammlern, sondern auch bei Schmuckliebhabern große Begeisterung. Rutilquarz und Turmaliquarz gehören zu den begehrtesten natürlichen Edel- und Schmucksteinen. Diese und viele mehr gehören zu den Wundern unserer Erde, die wir genießen und sorgsam behüten sollten.

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