Gold Vermeil und rhodinieren

Kristallleuchter mit Feuervergoldung

Ein Kristallleuchter mit Feuervergoldung aus Frankreich des 19. Jahrhunderts
von User:John Jason Junior (User:John Jason Junior) [GFDL 1.2 oder FAL], via Wikimedia Commons

Im Allgemeinen wird Gold als wertvoll eingestuft. Es ist ein Edelmetall mit der Mohshärte 3, also weich. Deshalb ist Gold schwer zu verarbeiten, aber es ist leicht legierbar, d.h. gut zur Härtung mit anderen Metallen zu vermischen, vielfach sind es die Metalle Silber und Kupfer.  Die Goldlegierungen lassen sich gut zu Schmuck, Münzen und anderen Kunstgegenständen verarbeiten. Die gängigen Goldlegierungen sind: 8k – 333 Anteile Gold, 9k – 375 Anteile Gold, 14k – 585 Anteile Gold, 18k – 750 Anteile Gold, 22k – 916 Anteile Gold und 24k ca. 100% Gold. Das natürlich vorkommende Edelmetall Gold ist von gelblicher Farbe und glänzendem Aussehen. Aufgrund seines Aussehens, seiner leichten Legierbarkeit und relativ seltenem Vorkommen, wird Gold als teuer und wertvoll eingestuft.  Teurer als Gold ist das Edelmetall Platin und Silber wird als günstiger eingestuft. Bei der Gelbgoldverarbeitung wird die typische Goldfarbe intensiver, je mehr Anteile Gold in der Legierung vorhanden sind.

Vergoldung bedeutet, dass eine dünne Schicht Gold auf ein anderes Metall aufgetragen wird.  Schon nach wenigem Tragen kann diese sehr dünne Goldschicht abgetragen werden und das darunter liegende Metall kommt zum Vorschein. Vermeil ist eine Kombination aus Silber und Gold, unterliegt heute strengen Qualitätsbestimmungen. Die Technik des Vermeil, eine Goldschicht auf Silber aufzutragen stammt aus Frankreich des 18. Jahrhunderts. Juweliere trugen eine Goldlegierung mit Quecksilber auf Silber auf und setzten es extremer Hitze aus. Unter Hitzeeinwirkung wird das Quecksilber gasförmig und das Gold wurde auf das Silber fixiert. Dieses Verfahren nannte man auch Feuervergoldung. Um 1800 wurde dieses Verfahren jedoch verboten, weil aufgrund der Quecksilbergase Juweliere erblindeten. Heute wird Gold Vermeil mit dem Elektrolyse- Verfahren also Elektroplattierung hergestellt.

Ohrhaken "Golden Leaves" mit Iolith

Ein Paar Ohrhaken „Golden Leaves“ mit Iolith aus unserem Sortiment. Die Ohrringe sind 24 k Goldvermeil mit einer Dicke von 40 Micronen.

Die Elektrolyse wurde im 18. Jahrhundert entdeckt. Ein Gefäß wird mit einer stromleitenden oder aggressiven Flüssigkeit z.B. einer Säure gefüllt. Es werden zwei Stäbe in die Flüssigkeit versenkt, die Elektroden. Die Flüssigkeit greift die Substanz der Stäbe an und Partikel werden von Kathode (Minus- Pol) zur Anode (Plus- Pol) transportiert, dabei entsteht ein geringer Strom. Beim Elektro- Gold- Plattieren wird ein galvanisches Bad errichtet, was dem Verfahren der Elektrolyse gleicht. Um die Reaktion zu beschleunigen, kann ein Gleichstrompotential angelegt werden.  Die Goldlegierung gelangt also durch eine chemisch- physikalische Reaktion zum Silber und ummantelt es. Gold Vermeil ist keine einfache Vergoldung, sie wird als gleichwertig zu den gängigen Goldlegierungen angesehen. Bei Gold Vermeil darf kein Nickel verarbeitet werden und eignet sich demzufolge besonders für Allergiker. Gold Vermeil ist wenig korrosionsanfällig und ist bei normalem Gebrauch  sehr stabil. Bei Gold Vermeil darf nur 925 Sterling Silber mit einer minimalen  10 karätigen Goldschicht von mindestens 2,5 Mikronen (einhundertstel Millimeter)  Dicke beschichtet  werden. Dies sind die Mindestanforderungen von Gold Vermeil. Die marktüblichen Plattierungen sind 14k, 18k und 22 k Goldlegierung. Wir bieten Ihnen u.a. eine Plattierung von 24k – 98,5%  pures Gold mit einer Dicke von 40 Mikronen auf 925 Sterling Silber. Schmuckstücke mit gleichzeitig hohem Edelmetallwert.

Anhänger 8 K (333) Gelbgold "Delfine"

Ein Anhänger 8 K (333) Gelbgold „Delfine“ aus unserem Sortiment. Bei diesem Anhänger wurde ein goldener Delfin rohdiniert.

Silber zu rhodinieren bringt viele Vorteile. Es veredelt das Silber, erhöht den Glanz und kann einen leichten bläulichen Schimmer auf das Silber bringen. Auch wird das rhodinierte Silber härter, ziemlich korrosionsunanfällig (Anlaufschutz), ist langlebig und strapazierfähig. Das Rhodinieren  erfolgt ähnlich wie das Vermeil Verfahren mit einem galvanischen Bad. Silber und Gold sind sehr gut für das Rhodinieren geeignet auch ohne Vorbehandlung z.B. Vorbeschichtung mit Chrom. Die normal angewandte Schichtdicke von Rhodium beträgt 2- 3 Mikrometer oder Mikronen. Rhodium gehört neben Palladium zur Platinfamilie, ist ein Edelmetall mit der Mohshärte 6, also hart. Rhodium ist ein natürliches und sehr seltenes Edelmetall und wurde 1803 entdeckt. Auch bei diesen Schmuckstücken handelt es sich um wertvolle Kombinationen von Edelmetallen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch bei normalem Tragen sehr stabil und robust sind.

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