Faszination Kreis

Fraktale

Die Blume des Lebens lässt sich aus mehreren Kreisen konstruieren ähnlich wie diese künstlerische Anordnung von Kreisen, welche auch eine gemeinschaftliche Form geben.

Was ist dran am Kreis und warum finden Menschen jeder Kultur seit vielen tausend Jahren den Kreis so faszinierend? Bringen wir es auf zwei Punkte:

  1. Der Kreis ist perfekt
  2. Er läßt sich nicht verändern, ergänzen und umformen aber schon

Schneidet man z.B. eine Hälfte des Kreises aus dem Ganzen heraus und zerlegt diese in Kreissegmente, ordnet sie gerade an, so erhält man ein Rechteck. Um die Krümmung des Kreises, also warum er rund ist geometrisch und mathematisch zu erklären, benötigt man das Kapitel der Analysis, ein eigenständiges Kapitel der Mathematik. Die Analysis umfasst u.a. die Differential- und Integralrechnung. Grob gesagt, beschränkt sich die Analysis auf mathematische Funktionen, die eine Abbildung einer Beziehung zwischen zwei Mengen darstellen, wobei jedes Element einer Menge genau einem Element einer anderen Menge zugeordnet wird. Man kann sich nun auch mit der transzendenten Kreiszahl π beschäftigen, aber das führt zu weit und lenkt uns nur vom eigentlichen Thema ab. Diese vielen Betrachtungsweisen des einfachen und ebenen Gebildes Kreis, zeigt uns wie schwierig und auch faszinierend das Thema eigentlich ist.

Obwohl der Kreis eine zweidimensionale Fläche ist, streiten sich die Gelehrten heute noch um genaue Berechnungen. Formen und zeichnen irgendwie kann den Kreis jeder, auch ein Kleinkind im Kindergarten. Dies ist wohl mehr oder weniger auf unsere instinktive Wahrnehmung zurück zu führen. So einfach und doch schwer zu begreifen. Fangen wir mit Grundlagenwissen an.

Nein, Sie haben sich nicht verlesen, Sie sind bei Juwi Duwis Juwelen Blog und nicht in einem Mathe-Forum. Wie wichtig der Kreis für Schmuck und Uhren ist und wie symbolträchtig er ist, werden wir hier entwickeln. Einleitend zu den geometrischen und mathematischen Fakten einige relevante Redewendungen:

  • es zieht Kreise, bedeutet eine Geschichte ist in aller Munde.
  • im Kreis laufen, bedeutet nicht weiter kommen, immer wieder zum Anfang zurück kommen.
  • Kreislauf, ist unsere Blutzirkulation gemeint.
  • eine Sache rund machen, bedeutet eine Sache perfekt machen.
  • eine runde Summe, eine Summe, die kein Komma braucht.

Sogar Kreis und rund wird für geselliges, politisches, wissenschaftliches und wirtschaftliches Zusammensein verwendet. Auch die verwaltungsmäßige Ordnung in ländlichen Gebieten bedient sich des Kreises, nämlich des Landkreises. Nun zum Kern des Kreises und der perfekten Form rund. Ein  Kreis ist eine zweidimensionale Fläche, kein Körper, sondern eine Ebene. Betrachten wir einen Strich, so müssen wir bemerken, dass er eine Aneinanderreihung von Punkten ist. Ein Kreis sind kurvenförmig angeordnete Punkte. Ein Kreis ist immer rund und kann nie im Ganzen in etwas Eckiges umgeformt werden. Der Kreis ist die Menge aller Punkte einer Ebene mit konstantem (constans gleich feststehend lateinisch) Abstand zu einem vorgegebenem Punkt auf einer Ebene, der sogenannte Mittelpunkt des Kreises. Der Abstand der Kreispunkte zum Mittelpunkt ist der Radius oder Halbmesser.

Ursprung des Kreises

Der Kreis ist der Ursprung der Fortbewegung und des Transportes als Rad bzw. Räder für einen Wagen. Nach heutigen Erkenntnissen war das Rad bereits ca. im 4. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien in Gebrauch. Berühmte Mathematiker, Astrologen und Philosophen wie Aristoteles, Euklid, Thales und Claudius Ptolemaios beschäftigten sich mit der Erfassung des Kreises.

Der Kreis an sich wird als Ursprung allen seins und des Kosmos gesehen. Ein mysteriöses Beispiel ist der Ouroboros, eine Schlange, die in ihren eigenen Schwanz beißt und so mit ihrem Körper einen perfekten Kreis bildet. Der Ouroboros ist autark, er kennt keine Welt außen, denn er ist seine Welt, er hat keinen Bezug und keinen Bedarf nach außen. Der Makrokosmos sowie der Mikrokosmos werden als Kreise gesehen. Platon beschreibt als Urform der Lebewesen ein Kugelwesen als gleichförmige Kreisform und dadurch ein autarkes Dasein. Aber nicht nur im antiken Ägypten und Griechenland wurde der Ouroboros erdacht, auch in nordischen Ländern wird in der Gylfaginning von der Midgardschlange erzählt. Sie ist eine Seeschlange, die die Welt umspannt und im Urozean lebt.

Kreise und der Zusammenhang der Zeit

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Kommen wir nun zu einer erwähnenswerten Hochkultur in Mittelamerika die Azteken. Der Sonnenstein wird oft mit dem Azteken-Kalender verwechselt. Er zeigt in konzentrischen Kreisen um das Gesicht des zentral positionierten Sonnengottes den Kampf der Götter um die Welt und den Untergang von vier Welten. Der Sonnenstein diente vermutlich für Opfergaben an die Götter. Der Kalender der Azteken ist komplizierter und genauer als der gregorianische Kalender. Er umfasst einen 52 jährigen Zyklus mit 12,5 Schalttagen, das Kalenderrad.  Der Kalender der Azteken besteht aus zwei Teilen. Der eigentliche Azteken-Kalender richtete sich nach dem Sonnenjahr mit 18 Monaten zu je 20 Tagen und 5 extra Tage, die Unglückstage an denen  nicht gearbeitet werden durfte. Also pro Jahr 365 Tage.

Der zweite Kalender, der mit dem eigentlichen Kalender kombiniert wurde, war der heilige Kalender mit 260 Tagen zu 20 Wochen mit je 13 Tagen. Jeder Tag war einem Gott oder Göttin zugeordnet. Das Schicksal eines Menschen hing davon ab, welche Eigenschaften seinem Geburtstag zugeschrieben wurden.

Auch Uhren laufen rund. Unschwer ist zu erkennen, dass der menschliche Verstand  einen Zusammenhang zwischen terrestrischen Zeitabläufen und runder Form sieht. Auch sind errechnete und empirisch festgestellte Daten über Abläufe gut in runder Form darstellbar.

Die Blume des Lebens

Ein anderes Mysterium, kreiert aus Kreisen ist die „Blume des Lebens“.  Philosophisch betrachtet ist der Kreis: eins ist alles oder alles ist eins. So kann man bei er Darstellung der „Blume des Lebens“ von der heiligen Geometrie sprechen. Die „Blume des Lebens“ gilt als dargestelltes  Symbol der Schöpfung des Lebens, deren Kreise basisbildend sind. Sie ist ein kreisförmiges Ornament mit innenliegenden Kreisen, die auf einem sechseckigem Ausschnitt von Dreiecken liegen. Die Mittelpunkte der Kreise befinden sich auf den Kreislinien von sechs umgebenden Kreisen. Es entstehen dadurch linsenförmige Strukturen, die einer bzw. mehreren Blumen ähneln.  Daher erinnert die „Blume des Lebens“ an die Zellteilung und Erschaffung neuen Lebens.

In der Mythologie soll die „Blume des Lebens“ Kraft und Energie spenden. Im Schmuckdesign wirkt die „Blume des Lebens“ mysteriös, unglaublich anziehend und sehr dekorativ. Als Medaillon ist das Design „Blume des Lebens“ ein Hinweis auf die persönlichen Schätze im Medaillon. Ob in Stein gehauen, als Schmuck oder auf Kleidung gemalt oder gestickt, findet sich die „Blume des Lebens“ in jeder Menschheitskultur seit etlichen tausend Jahren und immer mit der tiefgründigen Bedeutung – der Erschaffung des Lebens!

 

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