Ketten und ihre Designs

Ketten gibt es nicht nur in unterschiedlichen Längen, sondern vor allen in unterschiedlichen Arten. Jede hat ihr eigenes Muster.

Der Mensch ist im eigentlichen Sinne konservativ und möchte alles festbinden oder festhalten. Daher kommt wohl auch die Erfindung der Kette, eben an die Kette legen. Die Kette im Allgemeinen ist beweglich, oft durch Kettenglieder oder Gelenke verbunden. Der Beginn der Kette wird datiert auf etwa Bronzezeit und wie der Name schon sagt, ist die Kette aus Metall hergestellt worden. Der Ursprung der Bezeichnung Kette stammt aus dem Lateinischen „catena“. Das lateinische Wort „catena“ wurde im Laufe der Epochen umgewandelt bis zum heutigen Begriff „Kette“. Die ersten Ketten wurden als Fesseln benutzt für Gefangene und Sklaven. In Fesseln gelegt wurden Hals, Handgelenke und Füße. Heute sind die Gefangenen-Fesseln Handschellen oder Fußfesseln, scherzhaft oft bezeichnet als „Freundschaftsringe vom Staatsanwalt“. Auch zum Festhalten von Dingen werden und wurden Ketten verwendet z.B. für Kessel und Schiffe. Auch zum Schutze gegen feindliche Waffen entwarf man die Kettenrüstung oder im technischen Bereich zur Kraftübertragung wurden Ketten verwandt. Aber nicht nur die Beweglichkeit der Kette ist wichtig, auch die Festigkeit, daher wurden die ersten Ketten aus Eisen geschmiedet. Um die Rostanfälligkeit von Eisen zu minimieren, wurde das Metall veredelt und es entstand Stahl. Continue reading

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Faszination Kreis

Fraktale

Die Blume des Lebens lässt sich aus mehreren Kreisen konstruieren ähnlich wie diese künstlerische Anordnung von Kreisen, welche auch eine gemeinschaftliche Form geben.

Was ist dran am Kreis und warum finden Menschen jeder Kultur seit vielen tausend Jahren den Kreis so faszinierend? Bringen wir es auf zwei Punkte:

  1. Der Kreis ist perfekt
  2. Er läßt sich nicht verändern, ergänzen und umformen aber schon

Schneidet man z.B. eine Hälfte des Kreises aus dem Ganzen heraus und zerlegt diese in Kreissegmente, ordnet sie gerade an, so erhält man ein Rechteck. Um die Krümmung des Kreises, also warum er rund ist geometrisch und mathematisch zu erklären, benötigt man das Kapitel der Analysis, ein eigenständiges Kapitel der Mathematik. Die Analysis umfasst u.a. die Differential- und Integralrechnung. Grob gesagt, beschränkt sich die Analysis auf mathematische Funktionen, die eine Abbildung einer Beziehung zwischen zwei Mengen darstellen, wobei jedes Element einer Menge genau einem Element einer anderen Menge zugeordnet wird. Man kann sich nun auch mit der transzendenten Kreiszahl π beschäftigen, aber das führt zu weit und lenkt uns nur vom eigentlichen Thema ab. Diese vielen Betrachtungsweisen des einfachen und ebenen Gebildes Kreis, zeigt uns wie schwierig und auch faszinierend das Thema eigentlich ist. Continue reading

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Beliebte Schmucksteine: Peridot, Tansanit und Achat

Der Peridot

Peridot

Ein ungeschliffener Peridot
By Lech Darski (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Der Peridot ist seit der Antike ein beliebter Schmuckstein aber besonders im Mittelalter wurde der Peridot sehr geschätzt und diente als Kirchenschmuck, auch sagt man dem Peridot Heilwirkung nach und er kann böse Geister vertreiben. Bis heute hat er seine Faszination nicht verloren schon aufgrund seiner Konsistenz und seiner intensiven hellgrünen Farbe. Zwar kann man dem Peridot keine Edelsteinqualität zuschreiben, aber er lässt sich sehr gut verarbeiten und auch facettieren, was ihm außergewöhnliche Schönheit verleiht.

Der Peridot verfügt über eine Mohshärte von 6,5-7 und gilt somit als mittelhart. Der Peridot gehört zur Olivin-Gruppe und wird als Neo-Silikat eingestuft. Im Gegensatz zu anderen Olivinen verfügt er über Magnesium, also ein Magnesium-Eisen-Silikat. Wenn man den Peridot ansieht kann man richtig poetisch werden und gerät ins Schwärmen. Sein Äußeres mutet an wie eine Blume mit Tautropfen auf einer frischen Frühjahrs- oder Sommerwiese. Fast könnte man einen zarten Duft erahnen. Seine Ausstrahlung und Wirkung auf den Betrachter ist immens fast schon hypnotisierend. Der Peridot erzeugt eine romantische Emotionalität und Gefühle des Glücks. Aufgrund seiner Schönheit und strahlender Naturfarbe vertreibt er negative Gedanken und verbreitet Freude sowie emotionale Wärme.

Exotisch sind seine Fundorte ursprünglich St. John’s Island im Roten Meer und heute wird er abgebaut u.a. in China, Sri Lanka und Pakistan. Edel gefasst und designt mit Gelb-, Weißgold oder Silber ist der Peridot ein Augenschmaus. In Gelbgold gefasst versprüht der Peridot Wärme und Eleganz. In Weißgold oder Silber gefasst lässt seine intensiv hellgrüne Naturfarbe erstrahlen.  Tragbar ist eine Peridot-Kreation zu jeder Gelegenheit, krönt die festliche Garderobe und auch ein edler Blickfang bei jeder Jahreszeit. Der Peridot eignet sich auch in Kombination mit anderen Farbedelsteinen oder wunderschön auch mit weißen Zirkonia oder Brillanten, lassen ihn zu einem exklusiven und unentbehrlichen  Juwel werden.

 

Der Tansanit

Der Tansanit ist ebenso wie der Peridot eine exotische Schönheit und viel seltener als ein Diamant. Wie der Name bereits ausdrückt, werden Tansanite nur in Afrika/Tansania gefunden. Der beliebteste Tansanit hat eine bläuliche fast saphirblaue Naturfarbe. Er kommt in Kristallen vor und ist stark pleochroitisch und je nach Lichteinfall dreifarbig, eine Mischung aus blau, purpur-rot und bronzefarben. Er ist kristallklar und augenrein, d.h. ohne sichtbare Einschlüsse.

Ein Weißgold Collier mit einem Tansanit auf Marinas Schmuckwelt

Die Farbe Blau ist heilig bei den Massai und ebenso der Tansanit. Oft werden Mütter bei den Massai bei der Geburt eines Kindes mit einem Tansanit beschenkt als Symbol für ein erfolgreiches Leben. Der Tansanit ist eine Varietät des Mineralsteins Ziosit. Ziosit ist ein sehr selten vorkommendes und komplexes Mineral Calcium-Aluminium-Silikat. Der Tansanit verfügt über eine Mohshärte von 6,5-7 und wird ausschließlich zur Verarbeitung von Schmuck verwendet. Somit ist er ein Schmuckstein, mittelhart, lässt sich gut verarbeiten und facettieren. Der Facettenschliff erhöht den natürlichen Pleochroismus und fügt ein wunderschönes Feuer und Brillanz hinzu.

Der Tansanit ist ein sehr seltener, vielfarbiger und schöner Stein, der in preislicher Hinsicht mit einem hochwertigen Diamant bzw. Brillant mithalten kann. Er ist ein extravaganter Blickfang und kommt neben einem Facettenschliff in Weißgoldverarbeitung sowie als Solitär besonders gut zur Geltung. Auch beim Anblick dieses unvergleichlichen Schmucksteins kann man ins Schwärmen geraten und den Tansanit mit einer zarten exotischen Blüte vergleichen.

 

Der Achat

Achat Armbänder pink

Ein Achat Armbander pink aus unserem Shop

Ein weiterer sehr beliebter Schmuckstein ist der Achat. Der Achat ist eine Varietät des Minerals Quarz und fällt besonders durch seine natürliche Vielfarbigkeit und Muster sowie Bänderungen auf. Er verfügt über eine Mohshärte von 7 und gilt somit als Schmuckstein. Der Achat hat eine sehr bewegte und lange Geschichte. So wurde er im antiken Ägypten zur Herstellung  von Skarabäen verwendet. Diese Glücksbringer und Schutzsteine trug jeder Ägypter stets bei sich. Im antiken Rom wurde der Achat als Reichtum bescherender Stein angesehen und im Mittelalter glaubte man er würde den Träger unsichtbar machen.

Neben den mythischen Bedeutungen und Heilwirkungen des Achates ist er ein wunderschöner Schmuckstein, der nach polieren seine Farbvielfalt, interessante Muster und Bänderungen voll entfaltet und ein exklusiver Schmuck ist. Der Achat wird oft ohne Kombination von Metallen oder Edelmetallen designt aber auch gefasst ist er ein zauberhafter Stein. Achate bilden sich in Gesteinshohlräumen  bei vulkanischer Aktivität entweder als Mandel (vollständige Ausfüllung des Hohlraumes) oder als Druse (unvollständige Ausfüllung des Hohlraumes). Der Achat kommt sehr häufig vor z.B. in Europa, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Asien, Australien und Neuseeland.

Achat Armbander türkies

Ein Achat Armbander türkies aus unserem Shop.

Der Achat wird einmal nach der Farbe unterteilt als Aprikosenachat in rosa, als Blutachat in orange und rot, als Onyx (z.B. Sardonyx) in schwarz-weiß oder braun-weiß, Friedensachat in weiß und Honig-Achat in gelb. Eine weitere Unterteilung des Achates ergibt sich nach der Ausbildungsform. Achat ist einer der vielfältigsten und bekanntesten Mineralsteine und heute noch verwendet als Heilstein und wird zu traumhaft schönem Schmuck verarbeitet. Natürlich löst auch der schöne Achat emotionale Glücksgefühle aus, wenn man ihn  betrachtet und trägt. Dabei ist wohl auch seine Heilwirkung ein bisschen basierend auf sein wunderschönes Erscheinungsbild und seine Geschmeidigkeit.

 

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Gravur Sprüche

Einen für alle Situationen passenden Spruch gibt es leider nicht, aber eine schier unendliche Anzahl Gravur Sprüche aus denen sich der persönliche Favorit für einen speziellen Zweck auswählen lässt. Einige sind universeller, andere wiederum persönlicher, oder geben vielleicht auch nur eine Anregung für den ganz eigenen Spruch. Im Folgenden haben wir eine Liste aufgestellt mit einigen ausgewählten Gravur Sprüchen zu vielen Themen und Anlässen. Continue reading

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Gravur und Gravieren

Die Gravur ist bis heute eine gern gesehene Fertigkeit um Schmuck oder andere Gegenstände mit einem persönlichen Spruch oder einem Bild zu versehen. Dabei ist das Gravieren keine neue Erfindung, sondern wurde bereits in der Steinzeit ausgeführt. Continue reading

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Goldschmied, Silberschmied und Kupferschmied

Schmuck kann aus den verschiedensten Metallen oder auch völlig ohne Metall gefertigt werden. Populäre Metalle sind Gold und Silber und lassen sich leicht mit Berufsbezeichnungen wie Goldschmied oder Silberschmied verbinden. Entgegen der ersten Annahme beschäftigt sich der Goldschmied nicht nur mit Gold und der Silberschmied mit Silber. Auch der vergessene Kupferschmied muss nicht nur mit Kupfer gearbeitet haben und wird eher keinen Schmuck hergestellt haben, denn die Bezeichnungen beziehen sich nicht auf das Material, sondern auf die Tätigkeit. Continue reading

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Schmuck im Wandel der Zeit

Eine Tiara - ein antiker Kopfschmuck

Eine Tiara ist ein ursprünglich aus Persien stammender Kopfschmuck der später insbesondere von Griechen und Römern getragen wurde.

Das Wort Schmuck ist für uns so gebräuchlich, dass wir uns über die Bedeutung keine Gedanken machen. Genau weiß man es nicht, aber das Wort Schmuck soll aus dem Altgermanischen kommen und bedeutet Zierde, Verschönerung, aber auch Statussymbol, symbolisch religiös, Glücksbringer und trägt zur Verbesserung des geistigen und körperlichen Zustandes bei. Es liegt in der Natur des Menschen, sich und sein Heim mit zierenden Gegenständen nach Geschmack, Vermögen und Persönlichkeit zu schmücken. Wir wollen uns auf den Körperschmuck konzentrieren z.B. Armschmuck, Halsschmuck und Fingerschmuck. Beachtenswert und als ältester Schmuck einzustufen ist der Zierrat aus der Steinzeit. Zunächst fertigte man Schmuck aus Materialien aus der Umgebung an, eben alles, was man fand. Pflanzen band man zu hübschen Blumenkränzen, oder Holz, Tiertrophäen und Menschentrophäen z.B. die Zähne besiegter Gegner, Muscheln und verschiedene Steine wurden zu Schmuck verarbeitet. Dabei wurden die Utensilien angebohrt und an einer Schnur aus Tiersehnen, Leder oder ähnlichem befestigt, um sie als Kette tragen zu können.

Schmuck in der Bronzezeit

Der Schmuck der Bronzezeit war wie der Name dieses Zeitalters aus Bronze, die Legierung aus Kupfer und Zinn, aber auch Gold und Silber wurden verarbeitet. Hauptsächlich wurde in der Bronzezeit Halsschmuck in Form von kunstvoll geschmiedeten Halsreifen und Ketten, Armreifen und Fingerringen hergestellt. Phantasievolle Kreativität und kunsthandwerkliches Können repräsentieren die Schmuckstücke aus der Bronzezeit.

Medaillon mit Camée

Ein Medaillon mit Camée aus 585/-Gold unseres Sortiments.

Fingerringe waren nicht nur Zierde, sondern auch Ausdruck von Würde, Status des Trägers oder Bezeichnung von Beamtenrängen. Die Siegel- oder Wappenringe bezeichneten die Zugehörigkeit zu einer adeligen Familie oder ein Symbol des Staates. Die ersten Fingerringe, die ca. 21.000 Jahre alt sind bestanden aus Knochen, Holz, Stein oder Bernstein. Später wurden Ringe auch aus Edelmetallen, Bronze, Eisen oder Glas hergestellt. Die Wertigkeit des Fingerringes als Schmuck, die Symbolkraft oder den Status des Trägers, spiegelten sich in der Verarbeitung mit Metallen, Darstellung von Motiven, welche Art der Schmuckverzierung verarbeitet wurde durch Edelsteine und Perlen wider. Auch drücken spezielle Ringdesigns Beziehungen zwischen Menschen aus. Das Tragen von Verlobungs- und Eheringen ist seit der Antike bis heute gebräuchlich. Im antiken Rom waren für Frauen das Tragen von eisernen Eheringen am linken Ringfinger Pflicht, nicht nur als Zeichen der Bindung, sondern auch als Empfangsbestätigung der Mitgift. Das Tragen des Eheringes am linken Ringfinger geht auf eine alte Tradition zurück und der Vorstellung, dass eine Ader direkt von diesem Finger zum Herzen führt, die sogenannte Vena Amoris, die Liebesader. Auch sakrale und religiöse Bedeutung misst man dem Fingerring bei. Als Beispiel das Tragen eines dreiteiligen Ringes symbolisch für die Dreifaltigkeit des Christentums. Eine besondere Symbolkraft von Ringen mit dem Motiv „Unendlichkeit“ ist die Unzertrennlichkeit von Beziehungen, denn dieser Ring lässt sich nicht trennen, ohne ihn zu beschädigen. Die Verstärkung der Symbolkraft erfahren Ringe besonders als Insignien geweihter Jungfrauen (z.B. Ordensschwestern) oder für christliche Würdenträger ist die Fixierung eines Amethyst an den Ring. Der Amethyst gilt als Stein der Anmut und Weisheit.

Schmuck in der Antike

Sehr eindrucksvoll ist das Imperium Romanum, das von ca. dem 8. Jahrhundert v. Chr. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. existierte; beginnend mit der römischen Königszeit, gefolgt von der römischen Republik und dann die römische Kaiserzeit bis zum Untergang des Imperium Romanum. Das Imperium Romanum war selbst für heutige Begriffe ein Riesenreich. Es erstreckte sich über drei Kontinente und beherrschte den gesamten Mittelmeerraum. Die Amtssprache im Imperium Romanum war Latein. Besonders während der römischen Kaiserzeit blühte der Handel, die Kultur und der Luxus. Im Luxus schwelgen konnten aber nur wenige reiche und gehobene Römer. Im ersten Jahrhundert v. Chr. wurde erstmals im Römischen Reich Goldschmuck kreiert, bislang begnügte man sich mit Kriegsbeute und Schmuck hergestellt in unterlegenen Ländern. Reiche Römer trugen prächtigen Schmuck als Fingerringe, Armreifen, Oberarmreifen, Halsketten, Ohrringe und Haarschmuck. Neben geschliffenen Edelsteinen wie z.B. Saphire, Smaragde, Rubine, Aquamarine und Topase waren Perlen am beliebtesten. Wichtig für die Römer war nicht nur ausgefallen wertvoller Schmuck, er musste auch klappern beim Aneinanderschlagen der Steine und Perlen. Man wollte nicht nur optisch, sondern auch akustisch auffallen und bewundert werden. Weniger vermögende römische Bürger trugen Glasschmuck und Perlmutt.

Schmuck im Mittelalter

Gelbgold Boutons mit Brillanten und Perlen

Ein Paar Gelbgold Boutons mit Brillanten und Perlen aus unserem Sortiment.

Bekleidung und Schmuck im Mittelalter waren fixiert auf die unterschiedlichen Stände und waren Statussymbol. Niedere Stände mussten sich mit Naturfarben der einfachen Bekleidung zufrieden geben, höhere Stände konnten auf bessere Qualität der Stoffe z.B. importierte Seide und bunte Farben zugreifen. Für die Herstellung von Schmuck bevorzugte man für die höheren Stände Edelmetalle und besonders Gold. So geht die Goldschmiedekunst als Handwerk auf das 14. Jahrhundert zurück. Das Tragen von Schmuck hatte im Mittelalter weitreichende Bedeutung als Geldersatz und Tauschmedium, symbolische und mystische Bedeutung oder als Liebesbeweis. Man trug Ringe, Ketten, Ohrringe, Armreifen, Fibeln (Kleidungsnadeln), Broschen und Gürtelschnallen. Besonders beliebt war gravierter Schmuck. Schmuck spiegelt in allen Epochen die derzeitige Mode, den Zeitgeist, die Lebenseinstellung, die Weltanschauung und das kreative Können wider.

Die Renaissance, die Wiedergeburt der Antike kam in der Kunst und Schmuckherstellung besonders zum Ausdruck und begann etwa im 15. Jahrhundert. Im Gegensatz zur Bekleidung, die eine schlanke Silhouette bevorzugte, war der Schmuck pompös. Man trug schwere Goldketten, Haarreifen und Haarschmuck aus Perlen. Die Goldschmiede waren nun keine Handwerker mehr, sondern Künstler. Auch die erste Taschenuhr wurde für das Publikum erschaffen. Die Kleidermode der Renaissance schrieb einen aufwendigen Halskragen vor, den Koller, woraus sich das Collier entwickelte.

Schmuck in der Renaissance

An die Renaissance anschließend kam das Barock. Man konzentrierte sich mehr auf die Glaubensfrage und die französische Lebensart. Goldkreationen verloren den Reiz und Email trat an die erste Stelle. Es war auch die Diamanten-Epoche und die Entwicklung des 16- und 32-Facettenschliffs. Der bislang vorherrschende Cabochonschliff wich dem Facettenschliff. Auch der Strass-Schmuck hielt Einzug in dieser Epoche. Im Spät-Barock entwickelte sich die europäische Kunstrichtung Rokoko. Diese Bezeichnung basiert auf dem französischen Wort Rocaille, was Muschelwerk bedeutet. Aufwendig designte Colliers mit geschliffenen Edelsteinen, Armreifen, Armbänder und luxuriöse Ringe wurden bevorzugt getragen.

Auch Bummelmeier und Biedermann schmückt sich

Schwungvoller Damenring aus Rotgold mit Rauchquarz und Brillanten

Ein Schwungvoller Damenring aus Rotgold mit Rauchquarz und Brillanten aus unserem Sortiment.

Dem Pomp und Luxus wurde ein jähes Ende gesetzt durch die Französische Revolution 1789/1799 und der Klassizismus folgte. Diese Epoche steht ganz im Zeichen Napoleons, der Rückbesinnung auf die Antike und das Goldschmiedehandwerk erreichte neue Blütezeit. Für höher gestellte Persönlichkeiten, die über Reichtum verfügten, verkörperten Schmuck-Sets die neue Mode. Ein Set bestand meistens aus sechs Komponenten: ein Paar Ohrringe, Collier, zwei Armbänder für die rechte und die linke Hand und Diadem, das nannte man Parure. Die nachfolgende Kunst-Epoche das Biedermeier besann sich ideologisch auf die bürgerliche Freiheit und wirtschaftliche Interessen standen im Mittelpunkt. Man glaubte an einen krassen Unterschied zwischen Ideal und Wirklichkeit, daher unterwarf man sich der staatlichen und sozialen Ordnung. Infolge dieser pragmatischen Weltanschauung wurde das Tragen von Schmuck ziemlich unmodern. Vermögende Bürger schmückten sich aber mit Ohrschmuck, Armbändern und Diademen. Vereinzelt wurden auch Colliers, lange Halsketten, Ringe und Broschen getragen.

Der Schmuck zur Zeit des Jugendstils

Abgelöst wurde das Biedermeier durch den Jugendstil im 19. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert. Der Jugendstil steht ganz im Zeichen der Moderne und technischen Errungenschaften. Das Vorbild für das Kunsthandwerk des Jugendstils war Japan. Die Schmuckdesigns waren organisch-pflanzlich oder abstrakt. Die bevorzugten Materialien waren Silber, Email, Perlmutt und Glas. Die hergestellten Schmuckstücke waren zum Teil so zerbrechlich, dass sie kaum getragen werden konnten. Der Beginn des 1. Weltkrieges beendete den Jugendstil. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden zwei Hauptströmungen im Schmuck-Design entwickelt das Art-Deco und der Retro-Stil. Der Wandel des Frauenbildes hatte nicht nur auf die Bekleidungsmode Einfluss auch auf die Schmuckkreationen. Kurze Kleider, Bubi-Kopf sowie leichte und beschwingte Designs aus wertvollen Materialien waren nun im Trend. Die Retrowelle war in der Zeit von ca. 1970 bis Ende des 20. Jahrhunderts und bedeutete einen Rückblick auf vergangene Zeiten. Schmuckdesigns und verwendete Materialien spiegelten das Ambiente vergangener Epochen wider. Man kann nachempfundene Kreationen aus der Steinzeit, der Antike, dem Mittelalter und vor allem aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts modisch verändert finden.

Schmuck von heute

Armreif aus Weißgold in Netzoptik

Ein Armreif aus Weißgold in Netzoptik aus unserem Sortiment.

Das 21. Jahrhundert zeigt die Globalisierung der Kunst und versucht einen Ausweg aus dem Chaos zu finden. Die geschaffenen Kunstwerke zeigen eine große Mannigfaltigkeit von Ansätzen der Themen mit erzählerischen Impulsen und globalen Bezügen mit dem Individuum im Vordergrund. Die vorherrschenden weltweiten Themen, die überwiegend künstlerisch umgesetzt werden sind Wirtschaftlichkeit, Chaos, Gewalt und Terror sowie der krasse Gegensatz die Unterhaltung. Eine gewisse Unsicherheit im künstlerischen Sinne aufgrund lebensverändernder Ereignisse macht sich breit und wird in diesen Kreisen als schön empfunden. In Frage gestellt sind die Weltsysteme als Ganzes und in ihren Teilen, verbreiten Unsicherheit aufgrund einer sich sehr schnell verändernden Welt und Weltordnung. Im Gegensatz zu früheren Epochen, war Schmuck als Statussymbol oder der Würde des Trägers kreiert worden. Im 21. Jahrhundert ist man völlig abgewandt, nur der Geldbeutel spielt bei der Auswahl der Materialien und namhaften Designer eine Rolle. Es handelt sich um eine Schmucklandschaft aufgrund der großen Vielzahl der angebotenen Stücke und der Schmuckträger ist zum Schmuck-Konsumenten geworden. Getragen wird was hergestellt wurde und gefällt sowie, was man sich finanziell leisten kann. Neben Klassikern Halskette, Collier, Armreifen und Armbändern, Ringen unterschiedlichen Designs als Solitäre, Memoire-Ringe oder anders, Ohrringe als Ohrstecker, Ohrhänger, Ohrhaken, Durchziehhänger, Ohrclips, Broschen sind Diademe völlig aus der Mode. Uhren als Armbanduhren, Taschenuhren, Gürteluhren, Umhängeuhren sind modisch aktuell und haben eine praktische Nebenwirkung. Neuzeitlich und modern ist Piercing aller Art für das Gesicht, die Ohren oder den Bauchnabel. Piercing bedeutet das Durchstechen oder Durchbohren von Hautschichten, um Schmuckelemente anzubringen. Prinzipiell geht Piercing auf eine sehr alte Tradition zurück ist aber heutzutage absoluter Schmucktrend. Die Materialien für Schmuck aus dem 21. Jahrhundert sind verschiedene Goldverarbeitungen, Platin, Silber, Titan, Edelstahl, Messing, Aluminium, plattiert, beschichtet oder vergoldet, oder Leder, Seide, Kautschuk, Kokosfasern und ähnliches mehr. Als Schmuckerweiterung sind klassische Edelsteine sehr beleibt aber auch synthetisch hergestellte Edelsteine, sowie natürliches Glas, Bernstein oder hergestelltes Glas und Kristall. Die Schliffformen gehen von traditionellem Glatt- und Rundschliff über komplizierte Facettenschliffe. Eine Stilrichtung für Schmuckdesigns existiert nicht, es scheint vielmehr die kreative Vereinigung sämtlicher Design-Richtungen der Epochen zu sein. Neben Piercing große Schmuckmode des 21. Jahrhunderts sind Einhänger oder Beads genannt. Dies sind Schmuckelemente, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen aber meistens zur Basis von Silber mit weiteren Verzierungen, bunt oder uni, mit und ohne Edelsteinen oder Perlen, mit einem einfachen Loch mittig, um diese Beads je nach Geschmack selbst an Ketten und Armbändern zu kombinieren. Ferner ein absoluter Modetrend ist das Tragen von Medaillons. Medaillons sind Anhänger mit Scharnier und Klappe zum Öffnen und Schließen und Unterbringung von Miniaturen oder einer Locke, für ein bis sechs Fotos. Die Formen sind rund, oval, herzförmig, quadratisch oder rechteckig. Das Grundmaterial ist entweder Edelstahl, beschichtet, plattiert vergoldet oder pur, Silber, Gold oder Platin. Die Designs sind glatt und glänzend, mit einem Dekor versehen oder mattiert, mit und ohne Edelsteinen oder synthetischen Edelsteinen. Das Angebot ist sehr vielfältig wie alles im 21. Jahrhundert gibt es für jeden Gebrauch, für jeden Geschmack und jeden Anlass sowie für jeden Geldbeutel das Richtige. Wir befinden uns aber erst Anfang des 21. Jahrhunderts, sehen wir, was die Zukunft uns bringen wird und wie sich Designs, Geschmack und Möglichkeiten variieren werden.

 

 

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Beschichten, plattieren, vergolden

Au sputtering light

Lichtschein beim sputting von Gold
By GcG(jawp) (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Aufgrund wirtschaftlicher und finanzieller Unregelmäßigkeiten, also z.B. Staatskrisen, die sogar eine Staatspleite zur Folge haben können und die Vermeidungsinterventionen beeinflussen die Märkte weltweit. Auch die Edelmetallpreise wie der Goldpreis wird oft deswegen in die Höhe getrieben. Traditionsgebunden war und ist Gold eine Leitwährung für einige Länder, unterliegt der Goldpreis nicht nur Inflationsängsten, kurzfristigen Spekulationen (Goldankauf und plötzlicher Goldverkauf der Spekulanten, um den Kurs und den Goldpreis zwecks Gewinnmaximierung zu beeinflussen), richtet sich der Goldpreis vornehmlich nach dem Kurs des U.S.-Dollar und nach dem Ölpreis sowie wird Gold überwiegend in U.S.-Dollar gehandelt. Aus diesen Gründen ist der Goldpreis sehr hoch und für einige Menschen unerschwinglich.

 

Warum nicht „pures“ Gold

Schmuck ist mehr Dekoration und soll gefallen, eigene Emotionen und die anderer positiv beeinflussen. Bei Schmuck kommt es auf Schönheit, Perfektion, Attraktivität und hochwertige Verarbeitung an. Deshalb ist es nicht so wichtig, Gold in hoher Konsistenz in der Legierung für Schmuck zu verarbeiten. Aus diesen Gründen gehen Schmuckdesigner immer mehr dazu über ein preisgünstigeres, nicht aber schlechteres Basismetall zu vergolden, zu plattieren oder zu beschichten, um hochwertige und schön aussehende Schmuckstücke herzustellen. Der Schimmer, der warme Glanz des Gelbgoldes, die romantische Note des Rotgoldes oder die eisige Eleganz des Weißgoldes ist gerade für Schmuck unentbehrlich und rundet das Bild entweder pur, mit Edelsteinen oder Perlen dekorativ ab. Um aber das optische Erscheinungsbild des Goldes und eine stabile, korrosionsunempfindliche sowie edle Oberfläche des Schmucks zu erhalten, benötigt man überhaupt kein Gold oder nur sehr wenig.

 

Das Vergolden

Vergoldeter Ring

Ein vergoldeter Silberring aus unserem Partnershop

Das Überziehen bzw. Vergolden von Schmuckstücken auf ein anderes Basismetall erhöht die Attraktivität, Wertigkeit und z.T. auch wird die Korrossionsanfälligkeit vermindert. Die Vergoldung gehört zu den ältesten Techniken des Aufbringens einer Goldschicht auf eine Basis. Man unterscheidet zwei Verfahren, die mechanische und die chemische Vergoldung. Bei der mechanischen Methode wird Goldblech auf das Basismetall verbracht und bei großer Hitze geschmolzen, sodass die Goldschicht auf der Basis anheftet (z.B. Doublé). Die chemische Methode ist die Galvanotechnik auch Elektroplattieren genannt. Bei der Galvanotechnik werden zwei Elektroden (z.B. Stäbe) in ein Elektrolyse-Bad gebracht und ein Strom angelegt. Die Elektroden sind unterschiedlich polarisiert. Der Strom löst Metall-Ionen von der Verbrauchselektrode und transportiert diese zum Substrat (zu vergoldender Gegenstand). Die Elektroplattierung oder Vergoldung nach dem chemischen Verfahren ist nicht mit der Ionenplattierung zu verwechseln, diese Methode gehört zum PVD-Beschichten. Die Galvanotechnik bzw. die Elektrolyse wurde von Luigi Galvani im Jahre 1780 entwickelt. Alte Zeugnisse belegen, dass diese Methode auch zur einfachen Stromerzeugung bereits in der Vor-Antike praktiziert wurde.

 

PVD Beschichten

PVD beschichtetes Medaillon

Ein PVD beschichtetes Medaillon aus unserem Partnershop

PVD ist die Abkürzung für physikalische Gasabscheidung und gehört zu den Verfahren der Dünnschichttechnik. Das PVD-Beschichtungsverfahren läuft im Hochvakuum ab. Als Schichtmetalle werden häufig Titan, Chrom oder Aluminium verwendet. Hierbei werden zwei Verfahren unterschieden, das Verdampfen, die Schichtmetalle werden unter Hitze 150 -500 Grad Celsius aufgelöst oder die Zerstäubung der Schichtmetalle erfolgt durch Ionenbeschuss, Sputtern genannt. Zur gleichen Zeit wird ein reaktives Gas z.B. Stickstoff oder ein kohlenwasserstoffhaltiges Gas zugeführt, das sich mit den Metalldämpfen verbindet und auf dem Substrat (zu beschichtender Gegenstand) als dünne und fest haftende Schicht niederschlägt. Um eine Ganzheitliche und gleichmäßige Schichtdicke zu erhalten, werden die Substrate während des Beschichtens einheitlich um mehrere Achsen gedreht. Bestimmte Eigenschaften z.B. Härte, Struktur, chemische oder thermische Beständigkeit, Haftfestigkeit oder Farbe können gezielt gesteuert werden. Die goldähnlichen Farben (Gelbgold, Weißgold oder Rotgold) hängen von den Schichtmetallen und den zugeführten Gasen ab.

 

Das Ionenplattieren

Plattierter Anhänger

Ein rotgold plattierter Silber-Anhänger aus unserem Partnershop

Beim Ionenplattieren wird zunächst die Substrat-Oberfläche durch Ionenbeschuss aus dem Plasma (Teilchengemisch) gereinigt. Dann wird aus einer Verdampferquelle Metalldampf zu geleitet. Die Teilchen kondensieren als dünne Schicht auf dem Substrat. Beim Lesen dieser relativ komplizierten Verfahren und sehen der Endprodukte kann man sich sicher sein, ein sehr hochwertiges Schmuckstück von erlesenem Aussehen in den Händen zu halten sowie zu tragen. Schon allein das Aussuchen eines so hergestellten erlesenen Schmucks bereitet höchstes Vergnügen und die Gewissheit auf Langlebigkeit.

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Was bringt eine Uhr zum Schlagen?

Die ersten Uhren

Wasseruhr

Eine Einlaufuhr ist eine Wasseruhr, bei der durch das Einströmen von Wasser die Zeit angezeigt wird.
Deutsche Fotothek via Wikimedia Commons

Am Anfang war die Neugierde des Menschen Sterne, Sonne und Mond zu beobachten. Dabei wurde schon vor der Antike festgestellt, dass der Verlauf der Erdbewegung, die Stellung der Erde zur Sonne und Mond in engem Zusammenhang mit Jahreszeiten und Tages- sowie Nachtzeit stand. Vor mehr als 5.000 Jahren wurde die Sonnen- und Wasseruhr genutzt. Jeder hat schon eine Sonnenuhr gesehen. Eine runde Scheibe und darauf eine Spitze, die nach Norden zeigt. Auf der Scheibe ist eine Skala eingezeichnet. Die Sonne bei Drehung der Erde um sich selbst und um die Sonne markiert mit Licht- und Schattenstand die Uhrzeit. Die Zeitangabe ist sehr vage und funktioniert nur bei Sonnenschein, also bei schönem Wetter und bei Tag.  Daher wurde die Wasseruhr erfunden, weil  bei jedem Wetter und auch bei Dunkelheit die Zeitangabe ablesbar war. Die erste Wasseruhr war sehr einfach, aus einer kleinen Öffnung eines mit Wasser gefüllten Gefäßes lief das Wasser heraus und am Wasserstand innerhalb dieses Gefäßes las man die Zeit ab bzw. wenn die Zeit durch völliges Auslaufen des Wassers, abgelaufen war. Eine andere  einfache Art der Wasseruhr ist ein leeres Gefäß mit einer Öffnung unten in einen mit Wasser gefüllten Trog zu stellen.  Das Wasser drang langsam in das Gefäß bis das Gefäß schließlich unterging und die Zeit abgelaufen war.  Eine schwierigere Variante einer Wasseruhr ist die Form eines stumpfen Kegels mit einer kleinen Öffnung am Boden sowie angebrachten Stundenmarkierungen in gleichem Abstand an der Gefäßinnenwand. Die Form des Gefäßes bedingt ein gleichmäßiges Ausfließen des Wassers. Die umfangreichen Kenntnisse der Menschen in Geometrie in der Antike ca. vor 3.400 Jahren ließen eine Wasseruhr mit innenliegender Parabel vierten Grades entstehen. Das Ausfließen des Wassers wurde noch gleichmäßiger und die Zeitangabe dieser Wasseruhr war sehr genau. Hingegen bei Wasseruhren mit geraden Wänden war der obere Durchmesser des Gefäßes größer als der untere, floss das Wasser nicht kontinuierlich gleichmäßig aus bis zum Schluss, d.h. die Uhr ging bei geringem Wasserspiegel nach. Man unterscheidet also zwei Formen der Wasseruhr die Einlauf- und die Auslaufuhr. Bei der Auslaufuhr wurde die abgelaufene Zeit sichtbar anhand von Markierungen an der Gefäßinnenwand und dem absinkenden Wasserspiegel. Bei der Einlaufuhr erfolgte die Zeitangabe durch einlaufen von Wasser in ein leeres Gefäß. Der Wasserstand in diesem Gefäß oder das Versinken des Gefäßes,  zählte die Stunden. Die Wasseruhren wurden im Laufe der Zeit weiterentwickelt und verfeinert. So wurden bestimmte Mechanismen angebracht, die Figuren bewegten.  Auch konnte der Zeitablauf durch auf Gongs fallende Kugeln nach jeder abgelaufenen Stunde, hörbar gemacht werden. Die höchste und letzte Entwicklung vor etwa  1.000 Jahren war eine automatisierte Wasseruhr, ausgestattet mit Räderwerk, Figuren, die Zeit ablesbaren Täfelchen und Gongs für jede abgelaufene Stunde. Zum Antrieb dieses perfekten Mechanismus wurde nur fließendes Wasser verwendet, die Uhr mithilfe einer Arretierung ähnlich einer Wassermühle funktionierte.

Neben Wasser-, Schatten- und Sonnenuhren wurden im 13. Jahrhundert also im Mittelalter die Quecksilberuhren genutzt. Die Quecksilberuhr war der Vorläufer der mechanischen Uhr und besaß somit wesentliche mechanische Merkmale. Gewichte trieben eine mit Quecksilber gefüllte Trommel an. In die sich drehende Trommel waren perforierte Bleche eingesetzt, sodass das zähe Quecksilber von einer Kammer in die nächste floss und die Drehbewegung der Trommel abbremste. Durch mechanische Hemmung wurde erreicht, dass die Trommel in 24 Stunden sich um sich selbst drehte und die Zeit konnte auf einer Skala abgelesen werden. Die menschliche Erfindungsgabe besonders was Uhren betrifft, ist unübertroffen. Erwähnenswert sind noch Feuer- und Kerzenuhren sowie Astrolabien. Das grundlegende Prinzip ist einfach an einer Kerzenuhr zu verdeutlichen. Eine Kerze in einem Ständer brennt herunter und der Stand der Flamme bezeichnet den Punkt und die Zeit auf einer Skala.

 

Mechanische Uhren als präzise Nachfolger

Die älteste mechanische Uhr, die komplett mit Originalteilen erhalten blieb ist von 1386 und steht in der Salisbury-Kathedrale in Wittshire, England. Die ersten Uhrmacher mechanischer Uhren waren christliche Mönche. Christliche Klöster und Schulen benötigten Uhren wegen strenger Arbeitspläne und Gebetszeiten. Die Basis-Bestandteile einer mechanischen Uhr sind Antriebsvorrichtung z.B. Gewichtszug bei stehenden Uhren oder Federwerk bei mobilen Uhren, Räderwerk meist ein Zahnradgetriebe, Anzeigevorrichtung meist ein Zifferblatt mit Zeigern oder Springzahlen mit ruhender, rückführender oder freier Hemmung. Die Gangregelung erfolgt durch Unruh (ineinander greifende Zahnräder), Kugelumlauf, Pendel oder Drehpendel. Im Mittelalter war man noch nicht in der Lage, mobile Uhren herzustellen. Mit Erfindung des Federantriebes im 15. Jahrhundert wurden mobile Uhren möglich, zunächst als Taschenuhr, die man an einer Kette befestigt in der Tasche trug, um die Taille oder um den Hals.  Etwa 1640 erfand Galileo Galilei das mechanische Pendel als Taktgeber einer Uhr. Bei Bewegung des Pendels wird die Zeitangabe weitergeschaltet. Im Innern der Pendel-Räderuhr  befindet sich u.a. das Steigrad, das durch Bewegung des Pendels und ein oben am Pendel fixierter Anker durch Rechts-Links-Bewegung schrittweise angetrieben wird, damit verbunden ist das Zählwerk, das im Tempo der Pendelbewegung die Uhrzeiger bewegt.  In Gang gehalten wird die Uhr durch herunterziehen von Gewichten oder aufziehen der Uhr über den Federantrieb.

Regulateur

Eine Regulateur Uhr aus unserem Sortiment.

Eine besondere Form einer genau gehenden Pendeluhr ist der Regulateur oder Regulator in Kastengehäuse mit einer Glastüre.  Der Präzisionsregulator hat ein kompensiertes Pendel (baulicher Ausgleich von störenden Umwelteinflüssen für die Genauigkeit der Uhr) wurde bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts als offizielle Zeitbestimmung und für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt, wegen ihrer geringen Gangabweichung  von weniger als einer Sekunde pro Monat.

Im Laufe der Jahre wurden die Pendel-Uhrwerke immer komplexer ebenso der Antrieb. Heute verfügen Pendeluhren über mechanische Uhrwerke, Quarz- oder Funk-Quarz-Werke. Auch die Funktion oder Kraftübersetzung des Pendels ist weitaus komplexer geworden. Neben der optischen Anzeige der Zeit verfügen Uhren auch über eine akustische Klanggebung zu einer festgelegten Zeit, dies nennt man Schlagwerk. Das Schlagwerk bei Räderuhren, also bei mechanischen Uhren ist ein gesondertes Rädersystem und wird auch gesondert aufgezogen. Die Schlagabfolge hängt allerdings mit dem Zählwerk und der Skala zusammen. Die Synchronisation zwischen Schlag-, Geh-/Zählwerk geht verloren, wenn ungleichmäßig aufgezogen wird oder die Zeiger zum Schlagwerk asynchron bewegt werden.  Je komplizierter die zeitliche Abfolge der Schläge und Melodien, umso mehr Räder werden benötigt. Um einen Ton in der Uhr zu erzeugen, wird mindestens ein Klangkörper benötigt sowie ein elastischer Hammer auf einem Rad, das sich dreht.  In zeitlicher Abfolge schlägt der Hammer auf den Klangkörper, das Rad bewegt sich weiter und der Hammer schnellt zurück.  Dies ist nur eine prinzipielle Darstellung eines einfachen Schlagwerkes.

Der Zweck und die weitere Miniaturisierung der Uhrwerke ließ die Armbanduhr  entstehen. Anfang des 20. Jahrhunderts zu Beginn der Fliegerei und erste Atlantiküberquerungen, verhalfen der Armbanduhr zum Durchbruch. Neben dem mechanischen Uhrwerk erfand John Harwood die Automatik-Uhr, die nicht mehr mithilfe einer Krone über eine Feder aufgezogen wurde, sondern durch schwenken des Handgelenks. Wasserdichte Uhren wurden 1926 erfunden von Hans Hilsdorf und die Stoßsicherung der Uhr erfolgte ebenfalls Anfang des 20. Jahrhunderts.

 

Die Atomuhr, eine noch genauere Zeit

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Atomuhren gelten heute als präziseste Zeitmesser, wo nach sich alle Uhren richten.
Von Benutzer:Brunswyk (Eigenes Werk (Originaltext: Benutzer:Brunswyk)) [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Im Jahre 1949 wurde die Atomuhr entwickelt und bis heute sind die Atomuhren die genauesten Uhren. Die Atomuhr wird wegen ihrer Genauigkeit und wenig Zeitverlust Primär-Uhr genannt. Alltägliche Armbanduhren haben eine fortschreitende Abweichung zur tatsächlichen Zeit von etwa einer Sekunde pro Tag. Die ursprüngliche Atomuhr sollte nach Schätzung eine Abweichung von einer Sekunde in einer Million Jahre aufweisen. Die neueste Entwicklung einer Atomuhr soll nur eine Abweichung von einer Sekunde in 140 Milliarden Jahren aufweisen. Somit liefern Atomuhren die Richtwerte für die weltweite Zeitangabe. Prinzipiell ist eine Atomuhr eine ganz normale Uhr. Sie verfügt über einen Taktgeber und ein Zählwerk. Bei herkömmlichen Groß- oder Heimuhren übernimmt das Pendel oder die Unruh die Funktion des Taktgebers, bei einer Atomuhr sind es Cäsium-Atome. Innerhalb der Atomuhr werden Cäsium-Atome verdampft und zu einem Atomstrahl gebündelt, der auf ein integriertes Magnetfeld trifft.  Der in der Atomuhr befindliche Resonator, Frequenzumwandler steuert die Frequenz von eingespeisten Mikrowellen, die eine Zustandsveränderung des Cäsium-Atomstrahls bewirken sollen. Das Zählwerk zählt die Zustandsveränderungen des Cäsium-Atomstrahls. Cäsium-Atome, die ihren Zustand nicht geändert haben, werden von einem zweiten Magnetfeld vom Zählwerk abgelenkt. Die gezählten Zustandsveränderungen der Cäsium-Atome sind die Zeitangabe. Die Schwingungen bzw. Zustandsveränderungen werden in Hertz/Hz gemessen wobei bei 9.192.631.770 Hz eine Sekunde vergangen ist. Allgemein kann man sagen, dass Uhren die Zeit umso genauer angeben, wenn die Schwingungen ihres Taktgebers konstant sind. Kleinformatige Atomuhren, die unwesentlich ungenauer sind, befinden sich in Satelliten und Navigationssatelliten. Durch Abgleich der internationalen Atomzeit (TAI) und der astronomischen Zeit (UT1) erhält man die koordinierte Weltzeit (UTC). Die mitteleuropäischen Funkuhren erhalten das UTC-Zeitsignal über den in Deutschland stationierten Sender DCF77.

Die Quarzuhr soll hier auch nur prinzipiell erläutert werden. Der Antrieb der Quarzuhr erfolgt elektrisch über Stromanschluss, Batterie oder Akkumulator. Die Quarzuhr verfügt wie mechanische oder automatische Uhren über eine Skala (analog) oder digitale Anzeige, über ein Zählwerk und einen Taktgeber. Der Taktgeber bei einer mechanischen Uhr ist zumeist die Unruh, dessen Frequenz-Höhe die Genauigkeit der Zeitmessung einer Uhr u.a. bewirkt, also je kürzer und höher die Frequenz, umso genauer die Zeitmessung. Der Quarz eignet sich für eine hohe Frequenz. Die Schwingungszahl/Frequenz des angeregten Quarzes wäre aber zu hoch und auch von seinen Ausmaßen nicht in ein Uhrgehäuse passen, daher werden Uhrenquarze stabförmig verarbeitet.  Der Quarz ist demzufolge der Taktgeber der Uhr und ersetzt die mechanische Unruh.

funkuhr

Eine Funkuhr stellt sich selbständig auf die aktuelle Uhrzeit ein.

Die Funkuhr ist eine Quarzuhr, die sich nach einem Funksignal (z.B. UTC-Zeitsignal) bei der Zeiteinstellung richtet. Die Funkuhr ist mit einem Empfänger für Radiowellen ausgestattet und empfängt das Zeitsignal von einem Langwellensender. Der Sender sendet dauerhaft, je nach Uhrentyp und Energieversorgung empfängt die Funkuhr das Zeitsignal einmal pro Stunde und bei Knopfzellenbetrieb einmal in 24 Stunden meist in der Zeit zwischen 2.00 Uhr und 4.00 Uhr morgens.

Abschließend muss man wohl behaupten, sind Uhren von Menschenhand hergestellte Wunderwerke und üben seit tausenden von Jahren eine ungeheure Anziehungskraft und Faszination aus. Eine Uhr, egal ob sie mechanisch mit Räderwerk, Wasser oder elektronisch funktioniert, ist ein faszinierendes Stück Technik, das für Designer den Reiz für immer neue Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

 

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Piercings aus Gold – Was ist zu beachten?

Gold ist eines der edelsten Metalle. Seine wunderbare Farbe, seine faszienerender Glanz, sein hoher Wert, all das macht Piercings aus Gold beliebt. Gold ist beinahe ideal, um es als Material für Piercingschmuck zu verwenden. Gold ist ein beliebtes Material für Piercingschmuck, aber beim Einsatz von Gold für Piercings gibt es einige Dinge zu beachten, damit es nicht später zu Komplikationen mit dem Piercing kommt. Gold ist zwar im allgemeinen gut körperverträglich und macht generell eher wenig Probleme, dennoch können auch gegen Gold allergische Reaktionen vorkommen.

Wenn Piercingschmuck aus Gold verwendet wird, ist die Qualität der Legierung wichtig

Wenn Gold für Piercings verwendet wird, sollte man darauf achten, dass die Reinheit des Goldes nicht unter 14 – 18 Karat liegt. Das entspricht ungefähr einem Anteil von 58 % bis 75 % reinem Gold. Gold ist ein weiches Metall und es ist leicht verformbar und nicht besonders kratzfest. Besonders in neuen Piercings, die noch nicht vollständig abgeheilt sind, kann es durch den Einsatz von Goldschmuck leicht zu Hautirritationen kommen. Aus eben diesem Grund ist es ratsam, Piercingschmuck aus Goldlegierungen nicht für den Einsatz in Zungenpiercings vorzusehen, da es hier besonders häufig zu Kratzern kommen kann. Für Zungenpiercings ist es besser Metalle zu verwenden, die in allergologischer Hinsicht völlig unbedenklich sind.

Minderwertiges Gold kann zu Allergien und Hautirritationen führen

Im Regelfall hat Piercingschmuck aus Gold einen Gehalt von 18 Karat und enthält einen Anteil von 75 % reinem Gold und 25 % Silber und Kupfer. Es ist auch möglich, dass noch Spuren weiterer Metalle in dem Schmuck enthalten sind. Gold in minderwertigerer Qualität kann durchaus auch Anteile von Nickel und Zink enthalten. Dies kann im Hinblick auf allergische Reaktionen natürlich von Bedeutung sein – minderwertiger Piercingschmuck aus Gold mit einem hohen Anteil von Fremdmetallen kann somit unter Umständen, wenn Metalle wie Nickel enthalten sind, zu Komplikationen durch allergische Reaktionen führen. Beim Einsatz von Goldlegierungen sollte also auf einen ausreichend hohen Goldgehalt und eine gute Qualität des Materials geachtet werden.

Goldlegierungen können ausbleichen

Es ist besser, Goldschmuck nur in Piercings einzusetzen, die bereits vollkommen verheilt sind. Zum einen können Körperabsonderungen zu Verfärbungen oder Ausbleichen des Materials führen. Im Extremfall kann das im Gold enthaltene Kupfer angegriffen werden und mit Körperbestandteilen reagieren, was im Extremfall sogar zu grünlichen Hautverfärbungen führen kann. Auch Dampfdruckreinigung kann bei 18-karätigem oder noch minderem Gold zu Ausbleichen führen. Hinzu kommt die Gefahr allergischer Reaktionen. regelrechte Goldallergien sind zwar selten, können aber vereinzelt durchaus auftreten. Insbesondere bei Schmuck aus Weißgold treten eher allergische Reaktionen auf als bei anderen Goldlegierungen.

Weitere Informationen und Produkte zum Thema Piercings finden Sie auf piercingline.com

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